Erinnerung an ermordete prostituierte Frauen in Wiesbaden

Blumen vor dem Haus zum Gedenken an prostituierte Frauen.
Blumen vor dem Haus zum Gedenken an prostituierte Frauen.

Am 14. November 2007 wurde die 32-jährige prostituierte Polin Iza in ihrer Terminwohnung in der Eltviller Str. 19 ermordet. Sie hatte die von ihrem Mörder geforderten Sexualpraktiken (Analverkehr) abgelehnt, was Oliver G. dazu veranlasste, ihr erst mehrfach auf den Kopf zu schlagen und ihr dann mit erheblicher Kraft von hinten die Kehle zuzudrücken.

In der Kastellstraße 9 ereignete sich am 25. März 2009 der Mord an der 40-jährigen prostituierten Polin Jolanta. Sie hatte aufgrund der Ausbeutung durch ihren Zuhälter „Schulden“ im Milieu. Piotr G., ihr Mörder, wollte diese mit einem Komplizen eintreiben. Im Krankenhaus erlag sie schließlich ihren Verletzungen.

Wir, LISA Wiesbaden, haben heute, am 25. Januar 2015, mit einer Mahnwache an diese Frauen erinnert:

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Über das unten stehende Formular könnt ihr eure Aktionen anmelden. Sie erscheinen dann als Pin auf den Karten der einzelnen Monate und andere Leute in eurer Region können sich euren Aktionen anschließen. Vergesst deshalb nicht, Datum und Uhrzeit anzugeben, damit ihr euch auch nicht verpasst!

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns nach eurer Aktion einen kleinen Bericht und/oder Fotos zuschickt. Wir möchten diese in einer dafür eingerichteten Rubrik auf dieser Webseite veröffentlichen. Vielleicht wurde in eurer Lokalpresse darüber berichtet? Dann sagt uns Bescheid, damit wir darüber im Pressespiegel, ein Bereich, den wir hier auch noch einrichten werden,  berichten können.

 

Anmelde-Formular

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Aktion anmelden

Wie melde ich meine Aktion bei euch an?

Nichts leichter als das: Ihr findet bei uns ein Anmelde-Formular, mit dem ihr uns alle wichtigen Informationen übermitteln könnt.

Was passiert dann?

Wenn wir eure Angaben überprüft haben, nehmen wir sie in die Aktionskarte des Monats auf, in dem eure Aktion stattfindet. Die Aktionskarte ist eine Deutschland-Karte im Google Maps-Style, auf der mit Pins gekennzeichnet ist, wo Aktionen stattfinden.

Was muss ich rechtlich beachten?

Was ihr beachten müsst, wenn ihr eine Demo bzw. Kundgebung oder einen Info-Stand anmelden möchtet, haben wir euch hier in einer Kurzfassung zusammengetragen. Wenn ihr euch ausführlicher informieren möchtet, könnt ihr auch Kreativisten.org besuchen und euch den Artikel Anmeldung einer Versammlung durchlesen.

Wie melde ich eine Demo/Kundgebung an?

Demonstrationen sind anmeldepflichtig; je nach Kommune beim Ordnungsamt, der Polizei oder beim Rathaus. Solltet ihr euch unsicher sein, fragt beim Rathaus telefonisch nach. Eine Demo oder Kundgebung unterliegt jedoch keiner Genehmigungspflicht.

Man kann eine Versammlung bewerben, nachdem sie angemeldet wurde und muss nicht erst auf die Bestätigung oder den „Auflagenbescheid“ warten. Im Versammlungsgesetz steht, dass zwischen Anmeldung und Bewerbung 48 Stunden liegen sollen.

Angemeldet werden kann bei der jeweils zuständigen Ordnungsbehörde schriftlich per Fax, telefonisch oder auch per E-Mail.

Die Anmeldung sollte folgende Angaben enthalten:

  • Name des Anmelders/der Anmelderin (es können auch zwei Personen gemeinsam anmelden)
  • Datum der Versammlung
  • Versammlungsmotto
  • Veranstaltungsbeginn und -ende
  • Verlauf der Versammlung (Route) (falls Demonstration)
  • (Zwischen-)Kundgebungsorte (falls mehrere)
  • Anzahl der erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Kundgebungsmittel (Lautsprecherwagen, Megaphone, Trommeln)
  • Name des Versammlungsleiters/der Versammlungsleiterin

Wenn ein aktueller Anlass besteht, können Eilveranstaltungen auch kurzfristiger als 48 Stunden angemeldet werden. Man darf sie dann erst zu diesem Zeitpunkt bewerben.

Wer eine Versammlung anmeldet, kann, muss aber nicht der Leiter oder die Leiterin der Versammlung sein, der oder die für den ordnungsgemäßen Ablauf der Versammlung verantwortlich ist.

Wie melde ich einen Infostand an?

Zunächst muss eine Genehmigung für den Infostand beim zuständigen Amt (je nach Stadt unterschiedlich, meistens ist es das Ordnungs- oder Liegenschaftsamt) eingeholt werden.

Ob dafür Gebühren anfallen oder nicht, hängt von der Gemeindeordnung ab. Bei der Beantragung muss auch der gewünschte Veranstaltungsort angegeben werden. Unter Umständen ist es hilfreich, das Ganze als Demonstration nach Versammlungsgesetz anzumelden, da man dafür nichts bezahlen muss.

Aktionsideen

Ihr habt bestimmt selbst fantastische Ideen. Wir geben euch trotzdem ein paar Anregungen und Vorschläge an die Hand. Vielleicht ist ja etwas für euch dabei?

Gedenken der ermordeten Frauen in der Prostitution

Ihr könnt euch in der Liste der dokumentierten Morde an prostituierten Menschen die Fälle in eurer Umgebung anschauen und eine Gedenkminute/Gedenkaktion mit Licht anzünden und Blumen niederlegen am Tatort oder einem zentralen Ort in der Stadt (oder was euch sonst Schönes einfällt) organisieren.

Die Übersicht findet ihr hier: Prostituiertenmorde in Deutschland.

Für diese Aktion braucht ihr nicht viele Menschen und sie bereitet kaum Aufwand.

Wir helfen euch gerne bei der Zusammenstellung der Fälle, die eure Stadt betreffen. Eine Muster-Presserklärung zum Versand an eure Lokalpresse gibt es im Beitrag Muster-Presseerklärung: Morde an prostituierten Frauen„, ein entsprechendes Dokument steht zum Download bereit.

Erstellen einer Bodenzeitung

Ihr könnt eine Bodenzeitung erstellen, eine ausführliche Anleitung gibt es bei Kreativsten.org: Die Bodenzeitung.

Damit könnt ihr mit relativ wenig Aufwand und wenig Personen die Botschaften, die euch zum Thema wichtig sind, sehr gut und nachhaltig transportieren.

Flyer verteilen

Ihr könnt einen Flyer erstellen und in eurer Stadt verteilen. Wenn ihr das an einem festen Infostand machen möchtet, braucht ihr dafür eine Genehmigung. Wenn ihr sie im Laufen verteilt, ohne festen Stand, dürft ihr das auch ohne eine Genehmigung.

Ein paar Tipps zum Flyerverteilen findet ihr hier: Tipps, Tricks und Wichtiges zum Thema Flyern.

Straßenmalkreideaktion

Die Straßenmalkreideaktion umfasst das Malen von Messages, Botschaften oder Sprüchen mit Straßenmalkreiden. Die Straße ist eine super Werbefläche, die komplett ungenutzt ist. Also schnappt euch ein paar Kreiden, wartet auf schönes Wetter und nichts wie raus! Ihr könnt durch die Straßen ziehen und Parolen etc. zurücklassen oder die Aktion mit einer weiteren verbinden.

Ganz wichtig ist, dass der Spruch nicht allzu lange sein ist und nicht zu groß geschrieben wird. Wenn ihr zu viel Platz verbraucht, wird das Ganze schnell unleserlich und schwer erkennbar, da mensch sonst den Überblick verliert. Aber auch der Untergrund kann ein Hindernis sein:

Prinzipiell ist es ja möglich, auf einem Kopfsteinpflaster wirkungsvolle Botschaften zu hinterlassen. Eine ebene Fläche wird euch das Ganze aber erleichtern. Auf glatt poliertem Marmor wird sich die Kreide nicht am Untergrund reiben und somit auch nicht malen. Verschiedene Farben, die zum Untergrund im Kontrast stehen, machen sich immer gut, da die Malerei so stärker auffällt.

Gerne kann mensch die kurzen prägnanten Slogans auch auf eine weiterführende Homepage verweisen.

Die Aktion ist leicht vorzubereiten, mit wenigen Menschen durchführbar, absolut legal (da Kreide beim nächsten Regen wieder weg ist und es sich um eine vergängliche Aktion handelt) und nicht anmeldepflichtig, sofern ihr euch nicht auf Privatgelände austobt.

Was auch immer ihr macht, sicher habt ihr auch kreative Ideen.

Vergesst nicht, uns einen kurzen Bericht und Fotos zur Dokumentation auf unserer Seite zu schicken.

Die Aktionstage 2015

Im Jahr 2015 sollen am 25. jeden Monats bundesweit Aktionstage unter dem Motto „Kein Sexkauf in Deutschland!“ stattfinden. Mit den gemeinsamen Aktionen möchten wir ein Zeichen setzen – für Menschenwürde und gegen Gewalt an Frauen. Der 25. eines jeden Monats ist schon jetzt weltweit der sogenannte „Orange Day“, mit dem die Vereinten Nationen ein Ende der Gewalt an Frauen fordern. Dieser Forderung schließen auch wir uns an und legen dabei den Fokus auf die Gewalt, die Frauen und Kindern in der Prostitution angetan wird. Mit Demonstrationen, Diskussionsrunden, Gesprächen, Informationsständen, Flashmobs und vielen anderen Aktionen wollen wir Flagge zeigen und MitbürgerInnen zum Nachdenken auffordern.

Die Aktionen finden bundesweit unter dem einheitlichen Motto „Kein Sexkauf in Deutschland!“ statt. Jede Organisation oder Initiative kann in einem Untertitel ihre eigenen Schwerpunkte legen. Auf diese Weise wird sichtbar, dass die Forderung „Kein Sexkauf in Deutschland!“ von vielen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird. Es ist keine Forderung einer Minderheit mit veralteten Moralvorstellungen, sondern der Kampf für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und für die Wahrung der Menschenwürde.

Das Ziel

Das deutsche Prostitutionsgesetz von 2002 ist eines der liberalsten Prostitutionsgesetze weltweit und hat der Zuführung und Ausbeutung von Frauen und Kindern in der Prostitution Tür und Tor geöffnet. Dieses Gesetz wird derzeit überarbeitet, doch ein Verbot des Kaufs „sexueller Dienstleistungen“ wird von der Koalition nicht in Betracht gezogen. Im Vorfeld der Verhandlungen zum Gesetzesentwurf wurden ProstitutionskritikerInnen und AbolitionistInnen nicht gehört.

Mit den Aktionstagen möchten wir zum einen auf die Zustände in unserem Land aufmerksam machen und das Leid und die Gewalt, die Frauen und Kinder im Prostitutionsmilieu erleben, sichtbar machen. Zum anderen möchten wir lautstark für ein Sexkaufverbot eintreten, wie es auch das Europäische Parlament von den Mitgliedstaaten fordert und wie es Schweden bereits seit 15 Jahren mit Erfolg praktiziert. Das Modell macht gerade international Schule: Ein Verbot von Sexkauf wurde in Norwegen, Island, Kanada, Nordirland bereits eingeführt und wird in Litauen, Frankreich, Israel, Kuba und Großbritannien ernsthaft erwogen. Wir brauchen einen Perspektivwechsel.

Über uns

Die Idee zu dieser Serie von Aktionstagen hatten die beiden Gruppen SOLWODI und Abolition 2014 gemeinsam – beide mit dem Interesse, vor allem die gesellschaftliche und weltanschauliche Breite abzubilden, die ein Verbot von Sexkauf in Deutschland anstrebt.

Teilnehmen können alle Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen, die den Kauf von Sex unter Strafe stellen wollen (Nordisches Modell). Alle Aktionen werden auf dieser Webseite gebündelt aufgeführt, damit sich möglichst viele Menschen anschließen können.