Muster Presseerklärung: Morde an prostituierten Frauen

Anschreiben

Sehr geehrte Damen und Herren von der Lokalpresse,

nachfolgend senden wir Ihnen eine Pressemitteilung. Wir würden uns freuen, wenn Sie an unserer Aktion anwesend sein könnten und darüber berichten würden.

Mit freundlichen Grüßen

[Name AnsprechpartnerIn]

Presseerklärung

Gedenken an Mordopfer in der Prostitution – Kein Sexkauf in Deutschland!

Die [Organisation XY/Initiative/Gruppe] beteiligt sich am 25. [Monat] 2015 an den bundesweiten Aktionstagen „Kein Sexkauf in Deutschland1.

Frauen in der Prostitution sind alltäglicher Gewalt durch Sexkäufer ausgesetzt. Das reicht von Bepucken, Beleidigungen und Schlägen bis hin zu Vergewaltigung und Mord.

Seit 1950 wurden mindestens 262 prostituierte Personen in Deutschland ermordet.2 Es gab darüber hinaus zahlreiche Mordversuche und eine ungewisse Anzahl an verschwundenen Personen, die niemals in Deutschland registriert waren.

In der Stadt [Stadtname] gab es mindestens [Anzahl] Fälle:

[Ort/e und Zeit/en einfügen]

[Beispiel:

Mittwoch, 14. November 2007, Wiesbaden: Jolanta L., Kastellstraße 9
Mittwoch, 25. März 2009, Wiesbaden: Iza Z., Eltviller Straße 19]

Diesen Opfern aus unserer Stadt wollen wir stellvertretend für die vielen Opfer der Sexindustrie gedenken.

Hintergrund

Das deutsche Prostitutionsgesetz von 2002 ist eines der liberalsten Prostitutionsgesetze weltweit und hat der Zuführung und Ausbeutung von Frauen und Kindern in der Prostitution Tür und Tor geöffnet. Dieses Gesetz wird derzeit überarbeitet, doch ein Verbot des Kaufs „sexueller Dienstleistungen“ wird von der Koalition nicht in Betracht gezogen. Im Vorfeld der Verhandlungen zum Gesetzesentwurf wurden ProstitutionskritikerInnen und AbolitionistInnen nicht gehört.

Mit den Aktionstagen möchten wir mit dezentralen Aktionen zum einen auf die Zustände in unserem Land aufmerksam machen und das Leid und die Gewalt, die Frauen und Kinder im Prostitutionsmilieu erleben, sichtbar machen. Zum anderen möchten wir lautstark für ein Sexkaufverbot eintreten, wie es auch das Europäische Parlament von den Mitgliedstaaten fordert und wie es Schweden bereits seit 15 Jahren mit Erfolg praktiziert. Das Modell macht gerade international Schule: Ein Verbot von Sexkauf wurde in Norwegen, Island, Kanada, Nordirland bereits eingeführt und wird in Litauen, Frankreich, Israel, Kuba und Großbritannien ernsthaft erwogen.

Fakt ist: Die Legalisierung von Prostitution macht die Prostitution nicht sicher.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

AnsprechpartnerIn: [Name AnsprechpartnerIn]
Telefon: [Telefonnummer]


1 http://kein-sexkauf.de/
2 So viele Fälle sind derzeit durch die Initiative „Sex Industry Kills“ dokumentiert worden (http://sexindustry-kills.de/doku.php?id=prostituiertenmorde:de). Die Zahl der noch nicht erfassten Fälle und die Dunkelziffer dürfte hoch sein.